“Lebenshilfe – Sterbehilfe –
Tötungshilfe?”Podiumsdiskussion
Dr. med. Monika Stolz MdL
Ministerin für Arbeit und Soziales
Dr. med. Marianne Koch
Präsidentin der Deutschen Schmerzliga e. V.
lic. jur. Ludwig A. Minelli
Rechtsanwalt, Generalsekretär, Geschäftsführer, 1.
Vorsitzender DIGNITAS
Dr. med. Helge Hölzer
Rechtsanwalt, Rechtsberater der Deutschen
Gesellschaft für Schmerztherapie e. V.
Dr. med. Gerhard Müller-Schwefe
Präsident der Deutschen Gesellschaft für
Schmerztherapie e. V.
Moderation:
Helge Thiele
Journalist NWZ Göppingen
Mittwoch, 04.10.2006 um 19:00 Uhr
Buchhandlung Herwig, Göppingen, Eintritt: 5,- Euro
Unkostenbeitrag zugunsten des Vereins
Buchhandlung Herwig
Freihofstr. 34
73033 Göppingen
Telefon: 0 71 61/96 38 2-0
Telefax: 0 71 61/96 38 2-61
www.herwig-online.de
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Kontroverse Positionen
Podiumsdiskussion zeigt das ganze Spektrum zum Thema Sterben in der
modernen Industriegesellschaft
Darf ein Mensch einen Menschen töten, wenn dieser ihn darum bittet? Ist
der Wunsch nach Sterbehilfe nur auf mangelnde, ganzheitliche Betreuung
in unserem Gesundheitswesen zurückzuführen? Hat der Mensch nicht die
Pflicht, alles in seiner Macht stehende zu tun, auch Sterbenskranken die
letzten Tage so würdig wie irgend möglich erleben zu lassen? In der
Zusammensetzung, der die „Tage des stationären Hospiz“ beendenden
Podiumsdiskussion steckt viel Zündstoff, denn kontroverser könnten die
Positionen kaum sein!
Die einen sagen, der Wunsch des Patienten sei höher zu bewerten als der
Hippokratische Eid und im Zweifel sollte man einen sterbenskranken
Menschen auch Töten dürfen, wenn dies sein Wunsch sei. Dabei sei die
Patientenverfügung, die ein Patient unterschrieben hat, unbedingt
einzuhalten. Die anderen sagen, der Wunsch nach aktiver Sterbehilfe käme
gar nicht erst auf, wenn das deutsche Gesundheitswesen eine optimale
ganzheitliche Betreuung in der Lebensendphase ermöglichen würde. Die
Positionen von Ludwig Minelli, dem Chef der Organisation Dignitas und
der bekannten Fernsehmoderatorin und Palliativmedizinerin Dr. Marianne
Koch könnten kaum unterschiedlicher sein.
Ein Augenzeuge, der eine ähnlich zusammengesetzte Diskussion im Frühjahr
in Wiesbaden besuchte, beschrieb den Abend folgendermaßen: Emotional,
kenntnisreich und ungeheuer spannend. Von der in christlich humanitären
Werten verwurzelten Hospizbewegung, die die Fürsorge bis zu Letzt
propagiert, bis zur, das unabdingbare Selbstbestimmungsrecht unter
Neudefinition des Hippokratischen Eides und juristischer Grenzgängerei
rechtfertigenden Tötungshilfe reicht das Spektrum der Meinungen.
Moderator und Lokaljournalist Helge Thiele wird alle Hände voll zu tun
haben, die Positionen auf ihren sachlich, weltanschaulichen Kern
zurückzuführen.
Genauso darf man auf die Position der
baden-württembergischen Sozialministerin Dr. Karin Stolz gespannt sein,
deren Vorgänger Renner die erheblichen, durch Hospize gegebenen Vorteile
in Bezug auf die Lebensqualität in der Lebensendphase ebenso sah, wie
die erheblichen Kostenvorteile einer Betreuung durch Hospize. Ähnlich
der Hospizbewegung Göppingen propagierte auch Renner den Grundsatz
„Ambulant vor Stationär“ und die große Bedeutung von Palliativmedizin
und Hospizarbeit. Mit der Podiumsdiskussion steht ein Abend in der
Göppinger Buchhandlung Herwig bevor, der sicherlich noch lange
nachwirken wird.
Die Teilnehmer:
Dr. med. Monika Stolz MdL, Stuttgart
Ministerin für Arbeit und Soziales
Kinderbeauftragte der Landesregierung
Beauftragte der Landesregierung für Chancengleichheit von Frauen und
Männern
lic. iur. Ludwig A. Minelli, Forch-Zürich
Rechtsanwalt
Generalsekretär und Geschäftsleitung von Dignitas:
Die Vereins- und Organisationsstrukturen von DIGNITAS sind bewusst so
gewählt worden, dass konfliktfrei und effizient gearbeitet werden kann
und alle Kräfte in den Dienst der Mitglieder gestellt werden können. Bei
DIGNITAS sorgt der Generalsekretär dafür, dass die operative Tätigkeit
des Vereins statutengemäß funktioniert. Er bestimmt die erforderlichen
rechtlichen und organisatorischen Strukturen. Diese Aufgabe versieht
Rechtsanwalt Ludwig A. Minelli (Forch), der Gründer von DIGNITAS.
Mit der Geschäftsleitung bei DIGNITAS ist der Generalsekretär
beauftragt.
Dr. med. Helge Hölzer, Sindelfingen
Facharzt für Chirurgie, Rechtsanwalt, Rechtsberater der Deutschen
Gesellschaft für Schmerztherapie e. V. Ausschließliche
Tätigkeitsgebiete: Recht der Heilberufe, insbesondere Kassenarztrecht,
Berufsrecht der Zahnärzte und Ärzte, Arzthaftungsrecht,
Krankenhausrecht.
Dr. med. Marianne Koch, Tutzing
Fachärztin für Innere Medizin, Journalistin, Fernsehmoderatorin, seit
1997 Präsidentin der Deutschen Schmerzliga e. V.
Dr. med. Gerhard Müller-Schwefe, Göppingen
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie e. V. und
Leiter des Regionalen Schmerzzentrums DGS - Göppingen. Facharzt für
Anästhesiologie und Allgemeinmedizin, Algesiologe DGS/DGfA, Spezielle
Schmerztherapie, Schwerpunkt Palliativmedizin DGS/DGfA. Niedergelassen
in eigener Schmerzpraxis mit Tagesklinik.
Wichtige Weblinks:
www.hospiz-goeppingen.de
www.dignitas.de
http://www.dbk.de/woche/2004/ueber_sterben_nachdenken.html |