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04.10.2006
“Lebenshilfe – Sterbehilfe – Tötungshilfe?”Podiumsdiskussion

Dr. med. Monika Stolz MdL
Ministerin für Arbeit und Soziales
Dr. med. Marianne Koch
Präsidentin der Deutschen Schmerzliga e. V.
lic. jur. Ludwig A. Minelli
Rechtsanwalt, Generalsekretär, Geschäftsführer, 1. Vorsitzender DIGNITAS
Dr. med. Helge Hölzer
Rechtsanwalt, Rechtsberater der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie e. V.
Dr. med. Gerhard Müller-Schwefe
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie e. V.
Moderation:
Helge Thiele
Journalist NWZ Göppingen

Mittwoch, 04.10.2006 um 19:00 Uhr
Buchhandlung Herwig, Göppingen, Eintritt: 5,- Euro
Unkostenbeitrag zugunsten des Vereins
 
Buchhandlung Herwig
Freihofstr. 34
73033 Göppingen
Telefon: 0 71 61/96 38 2-0
Telefax: 0 71 61/96 38 2-61

www.herwig-online.de

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Kontroverse Positionen
Podiumsdiskussion zeigt das ganze Spektrum zum Thema Sterben in der modernen Industriegesellschaft

Darf ein Mensch einen Menschen töten, wenn dieser ihn darum bittet? Ist der Wunsch nach Sterbehilfe nur auf mangelnde, ganzheitliche Betreuung in unserem Gesundheitswesen zurückzuführen? Hat der Mensch nicht die Pflicht, alles in seiner Macht stehende zu tun, auch Sterbenskranken die letzten Tage so würdig wie irgend möglich erleben zu lassen? In der Zusammensetzung, der die „Tage des stationären Hospiz“ beendenden Podiumsdiskussion steckt viel Zündstoff, denn kontroverser könnten die Positionen kaum sein!

Die einen sagen, der Wunsch des Patienten sei höher zu bewerten als der Hippokratische Eid und im Zweifel sollte man einen sterbenskranken Menschen auch Töten dürfen, wenn dies sein Wunsch sei. Dabei sei die Patientenverfügung, die ein Patient unterschrieben hat, unbedingt einzuhalten. Die anderen sagen, der Wunsch nach aktiver Sterbehilfe käme gar nicht erst auf, wenn das deutsche Gesundheitswesen eine optimale ganzheitliche Betreuung in der Lebensendphase ermöglichen würde. Die Positionen von Ludwig Minelli, dem Chef der Organisation Dignitas und der bekannten Fernsehmoderatorin und Palliativmedizinerin Dr. Marianne Koch könnten kaum unterschiedlicher sein.

Ein Augenzeuge, der eine ähnlich zusammengesetzte Diskussion im Frühjahr in Wiesbaden besuchte, beschrieb den Abend folgendermaßen: Emotional, kenntnisreich und ungeheuer spannend. Von der in christlich humanitären Werten verwurzelten Hospizbewegung, die die Fürsorge bis zu Letzt propagiert, bis zur, das unabdingbare Selbstbestimmungsrecht unter Neudefinition des Hippokratischen Eides und juristischer Grenzgängerei rechtfertigenden Tötungshilfe reicht das Spektrum der Meinungen. Moderator und Lokaljournalist Helge Thiele wird alle Hände voll zu tun haben, die Positionen auf ihren sachlich, weltanschaulichen Kern zurückzuführen.

Genauso darf man auf die Position der baden-württembergischen Sozialministerin Dr. Karin Stolz gespannt sein, deren Vorgänger Renner die erheblichen, durch Hospize gegebenen Vorteile in Bezug auf die Lebensqualität in der Lebensendphase ebenso sah, wie die erheblichen Kostenvorteile einer Betreuung durch Hospize. Ähnlich der Hospizbewegung Göppingen propagierte auch Renner den Grundsatz „Ambulant vor Stationär“ und die große Bedeutung von Palliativmedizin und Hospizarbeit. Mit der Podiumsdiskussion steht ein Abend in der Göppinger Buchhandlung Herwig bevor, der sicherlich noch lange nachwirken wird.

Die Teilnehmer:

Dr. med. Monika Stolz MdL, Stuttgart
Ministerin für Arbeit und Soziales
Kinderbeauftragte der Landesregierung
Beauftragte der Landesregierung für Chancengleichheit von Frauen und Männern

lic. iur. Ludwig A. Minelli, Forch-Zürich
Rechtsanwalt
Generalsekretär und Geschäftsleitung von Dignitas:
Die Vereins- und Organisationsstrukturen von DIGNITAS sind bewusst so gewählt worden, dass konfliktfrei und effizient gearbeitet werden kann und alle Kräfte in den Dienst der Mitglieder gestellt werden können. Bei DIGNITAS sorgt der Generalsekretär dafür, dass die operative Tätigkeit des Vereins statutengemäß funktioniert. Er bestimmt die erforderlichen rechtlichen und organisatorischen Strukturen. Diese Aufgabe versieht Rechtsanwalt Ludwig A. Minelli (Forch), der Gründer von DIGNITAS.
Mit der Geschäftsleitung bei DIGNITAS ist der Generalsekretär beauftragt.

Dr. med. Helge Hölzer, Sindelfingen
Facharzt für Chirurgie, Rechtsanwalt, Rechtsberater der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie e. V. Ausschließliche Tätigkeitsgebiete: Recht der Heilberufe, insbesondere Kassenarztrecht, Berufsrecht der Zahnärzte und Ärzte, Arzthaftungsrecht, Krankenhausrecht.

Dr. med. Marianne Koch, Tutzing
Fachärztin für Innere Medizin, Journalistin, Fernsehmoderatorin, seit 1997 Präsidentin der Deutschen Schmerzliga e. V.

Dr. med. Gerhard Müller-Schwefe, Göppingen
Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie e. V. und Leiter des Regionalen Schmerzzentrums DGS - Göppingen. Facharzt für Anästhesiologie und Allgemeinmedizin, Algesiologe DGS/DGfA, Spezielle Schmerztherapie, Schwerpunkt Palliativmedizin DGS/DGfA. Niedergelassen in eigener Schmerzpraxis mit Tagesklinik.


Wichtige Weblinks:

www.hospiz-goeppingen.de

www.dignitas.de

http://www.dbk.de/woche/2004/ueber_sterben_nachdenken.html