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Sterben in Würde ist das zentrale Thema der Hospizbewegung. Durch die, durch Überalterung gekennzeichnete demografische Entwicklung, die zunehmende Entwicklung zu Single-Haushalten jenseits der Altersgrenze von 70 Jahren und durch die zunehmende Mobilität und damit verbundene Erosion des Familienverbundes ist Sterben in der modernen Industriegesellschaft sehr häufig verbunden mit einem einsamen, oft qualvollen Tod, der sich zu 90% in Krankenhäusern vollzieht.

Es war daher nahe liegend, die die Spendensammlung begleitende Informationskampagne an die grundlegenden Menschenrechte, wie sie auch im Grundgesetz formuliert sind, anzulehnen. Den Initiatoren ging es dabei ganz bewusst nicht um eine Mitleid heischende Kampagne. Im Gegenteil, es soll selbstbewusst und durchaus offensiv das häufig verdrängte Thema „Sterben“ und dessen Umstände sowie die Vorteile eines Hospizes thematisiert werden. Daher wurden folgende „Grundrechte stationäres Hospiz Göppingen“ formuliert:

Aufzählung

Die Würde des Menschen ist unantastbar … auch am Ende des Lebens.

Aufzählung

Jede Familie hat das Recht auf ein Hospiz in ihrer Nähe …auch im Landkreis Göppingen.

Aufzählung

Niemand sollte in Einsamkeit sterben müssen … denn jeder wünscht sich in diesem Moment Nähe und Unterstützung.

Aufzählung

Jeder Mensch hat das Recht auf einen „schönen Tod“ …statt auf Euthanasie.

Aufzählung

Unheilbar Kranke genießen Gastrecht …und auch ihre Angehörigen.

Aufzählung

Jeder Mensch hat das Recht auf ein schmerzfreies Erleben … auch seiner letzten Tage.

Aufzählung

Jeder Mensch hat das Recht, das Hospiz nach seinen Möglichkeiten zu unterstützen.

Auch die „Tage des stationären Hospiz im Landkreis Göppingen“ sind in diesem Grundtenor konzipiert und sollen eine breite Öffentlichkeit mit unterschiedlichen zielgruppenspezifischen Veranstaltungen auf das Thema aufmerksam machen. Ein deutliches Zeichen für den selbstbewussten Umgang mit der Thematik ist beispielsweise die abschließende Podiumsdiskussion. Das äußerst kontrovers besetzte Podium, bei der mit Ludwig Minelli, von der die Tötungshilfe als legales und menschenwürdiges Instrument der Sterbehilfe propagierenden Organisation Dignitas, auch der Wortführer eines ganz anders gelagerten Lösungsansatzes zu Wort kommen wird.